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Streuobstworkshop in Triesdorf

Perspektiven für Streuobst

Am 25. März fand in der Landwirtschaftlichen Lehranstalt in Triesdorf ein inspirierender Workshop zur zukunftsfähigen Vermarktung von Streuobstprodukten statt. 

von Matthias Gerstner erschienen am 07.04.2026
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Brenner aus Bayern beim Streuobstworkshop
Brenner aus Bayern beim Streuobstworkshop © Matthias Gerstner

Ziel der Veranstaltung war es, neue Produktideen zu entwickeln und die wirtschaftliche Attraktivität von Streuobst zu steigern. Organisiert wurde der Workshop von Susanne Stübinger, der Projektmanagerin „Vermarktungsförderung von Streuobstprodukten“ vom Cluster Ernährung Kompetenzzentrum für Ernährung (KErn) an der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL).

Der Tag begann mit einem Kennenlernen und einer Einführung in das Projekt, das seit Juli 2025 läuft. Neben den Brennern Mathias Gerstner aus Trappstadt, Johannes Haas aus Pretzfeld, Peter Piesch aus Randesacker und Fritz Wieland aus Stubenberg nahmen auch Saftkelterer, Metzger, Winzer teil. Im Fokus steht die Entwicklung von innovativen Produkten und Vermarktungsansätzen, um die Nutzung und den Erhalt von Streuobstbäumen zu fördern. Die Teilnehmer diskutierten Herausforderungen wie den Rückgang des Saft- und Alkoholkonsums sowie die Vergreisung von Streuobstbäumen und erarbeiteten Lösungsansätze.

Nach einer Verkostung regionaler Produkte folgte ein eindrucksvoller Impulsvortrag von Norbert Metz Dipl. Ing. (FH) Landespflege über Erfolgsfaktoren der Streuobstvermarktung. Streuobst ist nicht nur ein ökologischer „Hotspot“, sondern auch ein wichtiger Bestandteil der bayerischen Landschaft und ein Beitrag zur Selbstversorgung und Ernährungssicherung.

Seit 1965 ist die Anzahl der Streuobstbäume in Bayern von 20 Millionen auf 5,6 Millionen gesunken – ein Rückgang von 70 Prozent. Dies bedeutet auch den Verlust von etwa 300.000 Hektar extensiv genutzter Grünlandflächen. Streuobstbäume sind nicht nur landschaftsprägend, sondern bieten auch Lebensraum für zahlreiche Tierarten und sind frei von Pflanzenschutzrückständen. 

Die Präsentation zeigte zahlreiche Möglichkeiten auf, wie Streuobst wirtschaftlich genutzt werden kann. Von Saftlimonaden ohne Zusatzstoffe, Cocktails mit Edelbränden in kleinen Fläschchen, gefriergetrocknetes Steuobstpulver über edle Seccos und Cider bis hin zu hochwertigen Bränden und Walnussöl – die Produktvielfalt ist beeindruckend. 

Brennmeister Mathias Gerstner aus dem unterfränkischen Trappstadt wies darauf hin, dass die Produktoptik eine wesentliche Rolle für den erfolgreichen Verkauf ist. Große Lebensmittelkonzerne machen es vor, dass ein Produkt erfolgreich verkauft wird, wenn die Verpackungsoptik ansprechend ist. Zudem sei es wichtig, auf das Verbraucherverhalten zu reagieren. Es nütze nichts, weiterhin Obstbrände in Mengen zu produzieren, die in den Regalen stehen. Nachdem gerade jüngere Zielgruppen großen Wert auf geringeren Alkoholgehalt legen, sind fruchtige Liköre ohne Zusatzstoffe auch aus Streuobst gefragt. „Ein Winterapfellikör oder ein Birnenlikör bietet gute Absatzchancen.“ So Gerstner.

Mit staatlicher Förderung in Bayern können Neupflanzungen und die Pflege von Streuobstbäumen unterstützt werden. Im zweiten Workshop-Teil arbeiteten die 25 Teilnehmer in Gruppen an der Weiterentwicklung der vielversprechendsten Ideen. Für ausgewählte Produkte wurden Steckbriefe erstellt, die Aspekte wie Zielgruppe, Herausforderungen und mögliche Partner in der Wertschöpfungskette beleuchteten.

Die Veranstaltung endete mit einem gemeinsamen Abschluss und einem Ausblick auf die nächsten Schritte. Dazu gehören die Weiterarbeit an den Produktideen, die Einbindung interessierter Partner und die Möglichkeit, Produkte im Sensoriklabor der LWG in Veitshöchheim zu testen.

Die Initiative zeigt, wie wichtig es ist, Streuobst als wertvolle Ressource zu nutzen und durch innovative Ansätze die regionale Wirtschaft zu stärken. Mit neuen Produkten und einer nachhaltigen Vermarktungsstrategie kann Streuobst eine vielversprechende Zukunft haben.

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