
Feier des immateriellen Kulturerbes
Eine so hohe Ehre gab es für das Schwäbische Schnapsmuseum noch nie. Die von Kurt Sartorius initiierte Aufnahme der handwerklichen Brennkunst als Immaterielles Kulturerbe der UNESCO war der Anlass.
von Verena Börsch/Bönnigheimer Schnapsmuseum erschienen am 24.11.2025
Zur Feier dieses Erfolgs kamen am 13. November zahlreiche Gäste im Schwäbischen Schnapsmuseum zusammen, denn dort bekommt man eine breit gefächerte Übersicht über die handwerkliche Brennkunst gerade aus dem Südwesten Deutschlands. Das Schild des Immateriellen Kulturerbes prangt bereits im Schwäbischen Schnapsmuseum, die offizielle Urkundenübergabe an den Bundesverband der Kleinbrenner erfolgte am 19. November in Saarbrücken.
Peter Hauk, der Baden-Württembergische Minister für Ernährung, Ländlicher Raum und Ernährung, ging auf die Bedeutung der Kleinbrennereien für den Erhalt der Streuobstwiesen ein: „Wir brennen hier unsere Heimat, und die müssen wir unterstützen.“ Schnaps sei ein Genussmittel, aber die Destillate der Kleinbrennereien sei eine Kunst. Der Minister weiter: „Wir müssen die Brennereien hochhalten, denn sie sorgen dafür, dass die heimischen Obstsorten effektiv verwendet werden und die Streuobstwiesen erhalten bleiben.“ Dass die Plakette zum Immateriellen Kulturerbe nun im Schwäbischen Schnapsmuseum hängt, sei kein Zufall. Denn nirgends sei die Kulturgeschichte der süddeutschen Kleinbrennerei so umfassend dargestellt, wie im Schwäbischen Schnapsmuseum.
Grußworte
Die Deutsche Destillatkönigin, Anna Steinmann, selber Kleinbrennerin, sieht die Situation von Kultur, Nachhaltigkeit und Genuss in der Arbeit der Brennerinnen und Brenner. Sie sagte: „Ich bin stolz auf unsere Brennerinnen und Brenner, die ihre Produkte mit hoher Handwerkskunst in kleinen Familienbetrieben herstellen und dabei einen wertvollen Beitrag zum Erhalt der Sorten und Artenvielfalt leisten. Schauen Sie den Brennerinnen und Brennern beim Destillieren über die Schulter. Durchwandern und erleben Sie die wunderbare Kulturlandschaft Streuobstwiese – ein Lebensgefühl.“
Der Präsident des Bundesverbandes der Klein- und Obstbrenner, Alois Gerig, lobte die Präsentation der Brennereikulturgeschichte im Schwäbischen Schnapsmuseum – sie sei so gelungen wie in kaum einem anderen ehrenamtlich geführten Museum. Er bedankte sich bei Kurt Sartorius für seine Initiative 2019 zum Immateriellen Kulturerbe. Ebenso anerkennend wie augenzwinkernd meinte er: „Du warst schon immer ein cleveres Bürschchen und hast uns mit dem Antrag sehr geholfen.“
An Minister Peter Hauk gewandt, bedanke er sich für dessen Einsatz, dass das Kontigent der Kleinbrenner von 300 auf 600 Liter Alkohol erhöht werden soll. Damit würden sich die Kleinbrennereien wirtschaftlicher betreiben lassen.









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