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Agrarmarkt aktuell

Tafeläpfel

Mit fortschreitender Saison wird immer deutlicher, dass sich die Vermarktung der einzelnen Sorten in die Länge ziehen wird. Dementsprechend wird dem Handel bereits signalisiert, dass die heimischen Sorten dieses Jahr länger als üblich für die Vermarktung bereitstehen.

von LEL Schwäbisch Gmünd erschienen am 31.03.2026
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Apfel
Apfel © Friedrich Springob

Die Qualitäten zeigen sich zudem weiter stabil, auch für eine verlängerte Vermarktungssaison. Es werden zwar alle Sorten nachgefragt, generell fehlt es aber weiter an Dynamik im Markt, was auf einer spürbaren Kaufzurückhaltung beruht. Aufgrund einer anhaltenden unsicheren Wirtschaftslage und dem nun begonnen Iran-Krieg, in Verbindung mit steigenden Energiekosten werden selbst günstige Artikel im Obst und Gemüsesortiment generell nur schwach nachgefragt. Anders als in der vergangenen Saison ist dennoch zu erwarten, dass günstige Aktionen bis zu Saisonende die Vermarktung prägen werden, die den Konsum aber dennoch wohl nicht antreiben können.

Avocados auf dem Vormarsch

Im Apfelsegment macht sich zudem auch immer stärker der Generationenwechsel bemerkbar, da bei jüngeren Generationen besonders Avocados im Fokus stehen und Äpfel in den Hintergrund rücken. Laut AMI-Analyse verzeichneten allein Avocados 2025 einem rasanten Anstieg der Einkaufsmengen von +31 %. Hier stellt sich die Frage, ob die jüngere Zielgruppe aktiver in neuen Formaten angesprochen werden müsste. Aber auch die Sortenvielfalt wird zunehmend als Problem gesehen. Einerseits hat der Handel wenig Interesse neue Sorten aufzunehmen, die noch dazu oftmals nur regional verfügbar sind und andererseits verliert der Konsument den Überblick über das sich ständig erweiternde Sortiment. Eine Entwicklung, weshalb auch Fräulein® Schwierigkeiten hat, ihren Platz in der Vermarktung zu finden.

Erschwerend taucht zudem immer wieder Ware mit nicht ganz optimalen Qualitäten auf, angetrieben durch volle Lager, was sich aber negativ auf Folgekäufe auswirkt. In Folge konnte bereits im Februar (+9 % gg. Vj.) kein bestandsgerechter Abbau der Vorräte erzielt werden, was sich im März (+18 % gg. Vj.) weiter fortsetzte. Im Februar konnten lediglich 11.884 t abgebaut werden, insgesamt wurden damit aber 4.544 t weniger Tafeläpfel vermarktet, als im Februar 2025 (16.428 t).

Alterntige Ware wird daher voraussichtlich in die kommende Saison hinein reichen. Sollte sich für diese abermals eine gute Ernte andeuten wird sich in den nächsten Monaten wohl aber zunehmend die Frage stellen, ob zu kleinkalibrige Früchte in die Verwertung fließen sollten, um die kommende Saison nicht zu belasten. Bereits jetzt deutet sich an, dass die Vegetation mehr oder weniger im gleichen Zeitfenster wie im Vorjahr liegt und die neue Saison termingerecht starten wird, was das Vermarktungsfenster für die Jonagoldgruppe zusehends begrenzt.

Vermarktungsware

Verwertungsware ist zurzeit nur begrenzt verfügbar, wohl auch da die Preise seit dem Jahreswechsel stark nachgaben. Lagen die Preise für Mostobst vor Weihnachten noch bei rund 18 €/dt, bewegen sich diese seit Jahresbeginn nur noch um die 13 €/dt. Wohl auch mit ein Grund, weswegen bis jetzt weniger Ware in die Verarbeitung floss, als in der Vorsaison. Laut vorläufiger Marktstatistik wurden in der aktuellen Saison bis jetzt 14.311 t (-25 % gg. Vj.) der Verarbeitungsindustrie zugeführt. Zum selben Zeitpunkt der Vorsaison waren es noch 19.170 t, trotz niedrigerer Vorräte.

Im nur schwach ausgeprägten Export-Bereich verlor der Handel aufgrund gestiegener Kraftstoffpreise in letzter Zeit oftmals an Schwung, da Ausfuhren für die Importeure zunehmend als unattraktiv erscheinen. Welche neuen Exportwege sich zudem italienische und polnische Ware suchen wird bleibt abzuwarten, vor dem Hintergrund der blockierten Straße von Hormus. Dieselbe Frage stellt sich für Überseeware. Als Summe aller Faktoren ergeben sich unverändert niedrige Preise im Segment der Tafeläpfel, die keinerlei Spielraum nach oben erlauben. Laut aktueller Marktstatistik bewegen sich die Preise bei Tafeläpfel Klasse I im Schnitt bei rund 62,84 €/dt und Klasse II bei rund 37,18 €/dt. Die letzte Märzwoche startete aber zumindest teilweise mit etwas mehr Elan in die Vermarktung, was auf bessere Geschäfte auf Ostern zu hoffen lässt.

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