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Agrarmarkt aktuell

Äpfel, Kirschen, Zwetschgen

Bedingt durch die sommerliche Hitze bewegt sich die Nachfrage nach Kernobst seit Juni auf einem überschaubaren Niveau, auch im LEH werden Aktionen nur schwach angenommen. Dank einer beständigen Grundnachfragen konnte sich das Sortiment aber dennoch weiter ausdünnen.

von LEL Schwäbisch Gmünd erschienen am 05.08.2026
Fast reife Kirschen am Baum
Fast reife Kirschen am Baum © Friedrich Springob

Gala Royal wurde mehr oder weniger bis Ende Juni räumt. Elstar und Kanzi® konnten dagegen noch bis in den Juli hinein ge-handelt werden. Aktuell steht die Jonagoldgruppe im Zentrum der Vermarktung, dennoch wird alterntige Ware noch weit bis in die neue Saison hinein anwesend sein. Wie sich letzten Endes die Anwesenheit der alterntigen Früchte auf die Preise der neuen Saison auswirken bleibt abzuwarten. Frostschäden in Polen, Hagelschäden im Al- ten Land und ein trockenheitsbedingt erhöhter Fruchtfall am Bodensee lassen dieses Jahr aber keine übermäßige Ernte erwarten. Obwohl eine Entlastung der Vorräte nötig erscheint ist am Bodensee bis jetzt dennoch weniger Ware in die Verwertung geflossen als in der Vorsaison (-11 %). Grund dürften die niedrigeren Preise im Verwertungsbereich sein und das generell gute Qualitätsniveau. Auch die Qualitäten in der Jonagoldgruppe zeigen sich nach wie vor ungewöhnlich gut. In Folge werden voraussichtlich keine verstärkten Mengen ins Mostobst gehen, sondern bis Ende September in die Vermarktung als Tafelware fließen. Im Herbstgeschäft werden damit alterntige und neuerntige Tafeläpfel gleichzeitig verfügbar sein, weshalb aber eine differenzierte Preisgestaltung anzustreben ist. Alterntige Früchte werden im Herbst somit hauptsächlich über Aktionen abfließen. Eine zweite Saison mit dem aktuell niedrigen Preisniveau würde sich desaströs auf die wirtschaftliche Lage der Betriebe auswirken.

Kirschen

Am Bodensee blickte man zu Beginn der Kirschensaison optimistisch auf die kommende Ernte, aufgrund optimaler Witterungsbedingungen und ausbleibender Frostschäden. In vielen Anlagen rechneten die Erzeuger mit ähnlich guten Mengen an Süßkirschen wie im Vorjahr. Die ersten Früchte trafen Anfang Juni ein und damit etwas früher als erwartet, da sich die Reife der Früchte aufgrund der sommerlichen Witterung nach Pfingsten rasch beschleunigte. Mitte Juni trafen dann auch rasch steigende Mengen ein, da die ungewöhnlich heiße Witterung dafür sorgte, dass ein Großteil der Menge gleichzeitig reif wurde. Wohl auch mit ein Grund, weshalb die diesjährigen Handelspreise laut vorläufiger Marktstatistik rund -16 % unter dem Vorjahresniveau liegen. Den größten Einfluss auf die diesjährige Preisentwicklung dürften aber im Vergleich zum Vorjahr die wieder gestiegenen Importmengen haben. Im Vorjahr trieb die knappe Importversorgung, bedingt durch massive Frostschäden in der Türkei, das Preismittel merklich nach oben. Das niedrigere Preisniveau der diesjährigen Saison schafft damit aber auch Kaufanreize, was sich in einer zufriedenstellen- den Nachfrage widerspiegelt. Die Qualitäten zeigten sich zwar generell positiv, aufgrund der Hitzewelle fielen die Kaliber aber oftmals etwas klein- fallender aus und auch generell merkte man den Früchten einen gewissen Wassermangel an. Anlagen die nicht unter Dach standen waren besonders betroffen, weshalb hier die Ernte vorzeitig eingestellt wurde. Damit dürfte die Ernte wohl etwas schmälern ausgefallen sein als erwartet, da auch die Erzeugerorganisationen rund -38 % weniger Ware vermarktet haben.

Zwetschgen

Mit dem Ende der Kirschensaison treffen aktuell steigende Mengen an Zwetschgen ein. Die Qualitäten zeigen sich zwar sehr gut, dennoch können die herbstlichen Früchte wie gewohnt nur einen begrenzten Kundenkreis in den Sommermonaten ansprechen. Die ferienbedingt fehlende Kaufkraft in den kommenden Wochen und die generelle Kaufzurückhaltung werden sich wohl zusätzlich dämp- fend auf die Geschäfte auswirken. Die Preise stiegen rund -13 % unter dem Vorjahr ein.

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